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Etikette
- Budo Werte
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Etikette

 Bereits der Umfang der Etikette im Rahmen dieses Konzepts zeigt von deren Wichtigkeit.

Höflichkeit, Demut und Respekt sind die Grundlage der Etikette und werden durch den Gruß (Rei) symbolisiert. Die Etikette ist in der Kampfkunst nicht nur eine äußere Form, sondern eine innere Haltung und damit schließlich der Weg zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit.

Die Werte des Budo und damit der in der Bushido Kampfkunstschule angewandten Stile liegen neben dem Erlernen einer Vielzahl von Techniken auch in der strengen Etikette dieser Kampfkünste begründet. Nur wenn Technik und Grundsätze der Etikette von der Gemeinschaft eines Dojos mit Leben erfüllt werden, können die Schüler der Kampfkunst den eigentlichen und wahren Wert des Budo erkennen. Es ist die Aufgabe und Pflicht, im Besonderen der hohen Danträger, dafür zu sorgen, dass auch in einem der heutigen Zeit angepassten, modernen Trainingsbetrieb der wertvolle Geist des traditionellen Budo erhalten bleibt.
 
Kleiderordnung
 
  • Der BUDOKA (= Ausübender einer Kampfkunst) trägt einen sauberen Kampfanzug (Gi) oder entsprechende Trainingskleidung.
  • Bei Prüfungen wird stets ein weißer oder schwarzer Gi getragen, auf Lehrgängen und beim Training sind auch andere Farben erlaubt.
  • Mädchen oder Frauen tragen ein T-Shirt oder ein Sporttop unter dem Gi.
  • Der Gürtel ist korrekt gebunden und die Farbe entspricht deinem Stand der abgelegten Prüfung.
     

Körperhygiene

  • Der BUDOKA ist stets gepflegt, er hat geschnittene Zehen- und Fingernägel.
  • Schmuck, Uhren etc. dürfen nicht getragen werden, nicht abnehmbarer Schmuck ist mit Tape abzudecken (Verletzungsrisiko!).
  • Der BUDOKA trägt außerhalb der Matte oder des Dojo aus Hygienegründen immer Schuhe (Zoris, Sandalen oder Badeschuhe).

 

Betreten des Dojo oder der Matte

  • Der BUDOKA erscheint immer pünktlich zum Training. Sollte er sich dennoch verspäten hat er die Matte erst nach Auforderung durch den Lehrer zu betreten und diesem den Grund seiner Verspätung zu nennen.
  • Die Schuhe werden mit der Ferse zur Matte abgestellt, die Matten werden NIE mit Schuhen betreten.
  • Vor dem Betreten der Matte oder des Dojo verneigt man sich wobei der Blick zum Boden abgesenkt wird: hierdurch drückt man dem Ort des Lernens (des Weges) Respekt aus und ordnet sich den Regeln und der Etikette des Dojos unter. Alle Gedanken und Probleme des Alltags bleiben zurück.
  • Die Matte wird zuerst mit dem linken Fuß betreten (Achtsamkeit).
  • Der Aufbau der Matte und Trainingsgeräte erfolgt immer gemeinsam. Respekt, Demut und Achtsamkeit werden auch dadurch zum Ausdruck gebracht, das alle BUDOKA auch die DAN – Träger am Auf- und Abbau der Trainingsgeräte und Matten und für die Sauberkeit im Dojo verantwortlich sind.
     

Grüßen vor und nach dem Training

Trainingsbeginn

  • Sei Rits - Aufstellung: (auf einer Linie aufstellen) aus Sicht des Lehrers stehen die hohen Graduierungen links, die niedrigen rechts, unterstützende Lehrer links vorn Hauptlehrer, weitere Danträger 90° links vorn. Hauptlehrer auf einer Linie.
  • Sei Sa - Fersensitz einnehmen: abknien zuerst mit dem linken Bein, dann mit dem rechten, Zehen sind aufgestellt und werden erst vor dem Absitzen abgelegt, die Hände liegen auf den Oberschenkeln' oder werden wie in der klassischen Zen - Meditationshaltung ineinander gelegt (die linke Hand in der Rechten).
  • Mokuso - Augen schließen, konzentrieren: der BUDOKA verharrt in völliger Bewegungslosigkeit und versucht seine Gedanken abzuschneiden. Dies geschieht entweder durch Konzentration auf den Atem oder das Zählen der Atemzüge.
    (Mokuso-)Yamae - Augen öffnen/Konzentration beenden: die Meditation wird aufgelöst und die Hände werden aus der Meditationsstellung auf die Oberschenkel gelegt.
  • Rei – Gruß / Verneigen: Lehrer und Schüler verneigen sich zueinander, die Hände werden im Dreieck auf die Matte gelegt (zuerst die Linke dann die Rechte) und der Oberkörper wird aus der Hüfte nach vorne gebeugt. Danach werden die Arme wieder durchgestreckt und die Hände auf die Oberschenkel zurückgezogen (zuerst die Rechte dann die Linke), dies schließt den individuellen in sich selbst gerichteten Prozess ab.
  • Aufstehen: zuerst erhebt sich der Lehrer, dann die Schüler: Aufrichten in den Kniestand, Zehen aufstellen, mit Drehung rechts aufstehen.
  • Rei – Gruß / Verneigen: Lehrer und Schüler verneigen sich zueinander, die Hände werden auf die Oberschenkel gelegt, die Beine sind geschlossen.
  • Kommandos: werden vorn Lehrer oder dem ranghöchsten Schüler erteilt.
     

Trainingsende

  • Sore Made - Training beenden: die BUDOKA beenden das Training,
    überprüfen den Gürtel und den Gi, stellen sich wie am Beginn des Trainings voreinander auf.
  • Verabschiedung – Ritual wie am Trainingsbeginn.
     

Weitere Grußformen

  • Shomeni Rei – Gruß / Verneigen zur Ehrenseite: (im Fersensitz oder im Stand) die Augen werden abgesenkt (Hintergrund: von der Ehrenseite geht niemals eine Gefahr aus), Gruß -  verneigen wie oben beschrieben, das Verneigen geschieht in  respektvoller Achtung. 
  • Shihani Rei – Gruß / Verneigen zum Großmeister: (im Fersensitz oder im Stand) die Augen werden abgesenkt (Hintergrund: vorn Großmeister geht niemals eine Gefahr aus), Gruß - verneigen wie oben beschrieben, das Verneigen geschieht in respektvoller Achtung.
  • Senseini Rei – Gruß / Verneigen zum Lehrer / Meister: (im Fersensitz oder im Stand) die Augen werden abgesenkt (Hintergrund: vorn Lehrer geht niemals eine Gefahr aus), Gruß / Verneigen wie oben beschrieben, das Verneigen geschieht in respektvoller Achtung.
  • Otagaini Rei – Gruß / Verneigen zum Partner: (im Fersensitz oder im Stand) Blickkontakt wird aufrechterhalten (Hintergrund: der Partner ist imaginärer Gegner), Gruß / Verneigen wie oben beschrieben, das Verneigen soll Respekt und Achtung vor dem Partner zum Ausdruck bringen.
     

Verhalten auf der Matte

  • Der BUDOKA trainiert immer ruhig, konzentriert, respektvoll und achtsam.
  • Eine ordentliche Haltung (Stand, Fersensitz oder Schneidersitz) auf der Matte ist selbstverständlich.
  • Höher Graduierte sind stets für niedriger Graduierte verantwortlich.
  • Die Sicherheit und die Unversehrtheit des Partners hat stets Vorrang.
  • Bei Würfen ist auf Sicherung des zu Werfenden aber auch auf Eigensicherung zu achten.
  • Bei Hebeln und Würgern ist rechtzeitig abzuschlagen.
  • Die Trainingspartner werden mit Respekt behandelt. Es wird stets fair trainiert oder gekämpft ohne unsportliche Techniken und Hintergedanken.
  • Der BUDOKA wahrt immer seine Selbstbeherrschung. Er tritt bescheiden auf und ist durch sein Verhalten für andere ein Vorbild.
  • Während dem Training sind Gespräche zu unterlassen. Um sich zu verständigen genügen leise und kurze Erklärungen.
  • Muss der BUDOKA die Matte oder das Dojo verlassen, so hat er sich stets beim jeweiligen Lehrer abzumelden. Will der BUOKA die Matte zum Training wieder betreten, wartet er am Mattenrand die Erlaubnis de~ Lehrers zum Betreten dieser ab.
  • Die Anweisungen des Lehrers sind bindend und es ist ihnen folge zu leisten.
  • Erklärungen werden durch dreimaliges in die Hände klatschen des Lehrers angekündigt. Die Schüler sammeln sich ruhig und unverzüglich im Halbkreis um den Lehrer.
  • Neue Teilnehmer werden mit gleichem Respekt behandelt wie langjährige Trainingspartner.
  • Ausübende anderer Kampfkünste und deren Kunst werden ebenfalls mit Respekt behandelt.
  • Vor und nach Trainings- oder Lehrgangspausen nehmen Lehrer und Schüler
    Aufstellung zueinander ein und grüßen im Stand mit Rei.

Verhalten bei Gürtelprüfungen

  • Der JUJUTSUKA erscheint pünktlich und mit allen nötigen Unterlagen am
    Prüfungsort.
  • Der Prüfling steht aus der Sicht des Prüfers immer rechts vom Prüfer, sein Partner links.
  • Prüfling und Partner verneigen sich zum Zeichen des Respekts zueinander vor und nach jedem Prüfungsabschnitt oder bei jedem Partnerwechsel. Ein Verneigen zum Prüfer (Prüfungskommission) erfolgt nur am Anfang und am Ende der Prüfung.
  • Alle Prüfungsteilnehmer verhalten sich ruhig und konzentriert, sie sind stets bereit als Prüfling oder Partner zur Verfügung zu stehen.
  • Weisungen der Prüfungskommission sowie das Prüfungsergebnis werden vom Prüfling ohne Diskussion akzeptiert.  

Verlassen der Matte oder des Dojo nach dem Training

  • Das Dojo wird stets nur in sauberem und aufgeräumtem Zustand verlassen. Alle Trainingsteilnehmer sind dafür verantwortlich!
  • Vor dem Verlassen verneigt man sich in Richtung der Mattenfläche, der Blick ist zu Boden gerichtet, Hände liegen auf den Oberschenkeln.
  • Die Matte wird zuerst mit dem rechten Fuß verlassen.
Kommandos
1 SEI RITS
 
In einer Linie aufstellen
 
2 SEISA
 
Fersensitz einnehmen
 
3 MOKUSO
 
Augen schließen/konzentrieren
 
4 MOKUSO YAMAE
 
Augen öffnen/Konzentration beenden
 
5 REI
 
Gruß im Fersensitz oder im Stand
 
6 SHOMENI REI
 
Gruß zur Ehrenseite
 
7 SHIHANI REI
 
Gruß zum Großmeister
 
8 SENSEINI REI
 
Gruß zum Lehrer (nur Dangrade)
 
9 SEMP AINI REI
 
Gruß zum Gehilfen (w. Trainingsleiter)
 
10 OTAGAINI REI
 
Gruß der Schüler
 
11 SORE MADE
 
Ende / beenden
 
Zählen in der Kampfkunst
1 ICHI (Itsch)
 
Eins
 
2 NI (Ni)
 
Zwei
 
3 SAN (So)
 
Drei
 
4 SHI (Schi)
 
Vier
 
5 GO (Go)
 
Fünf
 
6 ROKU (Rok)
 
Sechs
 
7 SICHI (Sitsch)
 
Sieben
 
8 HACHI (Hatsch)
 
Acht
 
9 KU (Ku)
 
Neun
 
10 JU (Tschu)
 
Zehn
 
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